 |  Prim. Dr. Hans-Martin Vischer, selbst stolzer Besitzer von vier historischen Traktoren, wird am Projekt beratend und aktiv teilnehmen, gerade das Kapitel: der Traktor als Geschichtsschreiber und als Kultobjekt fallen in seine Kompetenz. Dem Kultobjekt Traktor wird nicht in einer zentralen Oldtimer Ausfahrt Rechnung getragen, sondern in einer Reihe von lokalen Treffen über die gesamte Kleinregion verteilt. Die alten Traktoren von Harmanschlag beispielsweise sind vor Ort zu besichtigen, finden sich am Traktor - Day am Kirchenplatz von Harmanschlag. Die Fahrzeuge werden so nicht aus dem Kontext gerissen und es ergeben sich mehr lokale Anknüpfungspunkte zum Gespräch das sich damit nicht auf historisch-technische Details beschränkt. |
 Musiker und Musikerinnen aus der Kleinregion werden sich mit den rhythmischen Geräuschen, die einem Traktor zu entlocken sind, auseinandersetzen und am Traktor - Day sechs verschiedene lokale Platzkonzerte für Bass, Gitarre, Percussion und Steyr 15er unter Einbeziehung des Publikums geben. Der Traktor – bevorzugt ein Steyr 15er – bildet den Grundrhythmus über dem frei improvisiert werden kann. Das Publikum wird unter Anleitung eines Musikers den Rhythmus ergänzen.
Und so kann Traktormusik klingen |
 Um die sozialgeschichtliche Dimension des Einsatzes des Traktors und der zunehmenden Motorisierung in der Landwirtschaft auf eine persönliche, unmittelbare und anschauliche Art aufzubereiten und darzustellen wird ein Oral History Projekt im Vorfeld des Traktor - Day durchgeführt. Mindestens sechs lebensgeschichtliche Interviews mit ausgesuchten ZeitzeugInnen werden in den einzelnen Gemeinden durchgeführt, aufgezeichnet und transkribiert. Neben der Audio-Aufzeichnung und den Texten, die eine historische Quellensicherung darstellen, werden Ausschnitte daraus für die Ausstellung und eine Dokumentation im Internet aufbereitet und verfügbar gemacht. |
 Parallel zu den Interviews werden in einer Fotosammelaktion („mit dem Scanner im Wirtshaus“) historische Aufnahmen gesammelt, die den Traktor im alltäglichen Kontext zeigen. Die Ergebnisse werden in Form von Mikroausstellungen in den Katastralgemeinden zu sehen sein. (Milchhäuser, Feuerwehrhäuser, Gasthäuser,…) |
 | Das Gemeinschaftserlebnis |
Der Traktor als Gemeinschaftserlebnis ist natürlich eine waghalsige Hypothese, mit der spielerisch, ironisch künstlerisch umgegangen wird. Die Mechanisierung der Landwirtschaft bringt auch eine zunehmende Entwicklung von gemeinschaftlichen Arbeitsprozessen zur Individualisierung von Arbeit mit sich. Der Traktorfahrer ist zumeist einsam. Gleichzeitig sind Gemeinschaftserlebnisse rund um den Traktor –z.B. bei gemeinsamen Ernteeinsätzen von Waldviertler Landwirten im Burgenland – durchaus möglich. Beim Traktor - Day wird gerade der Möglichkeit zur Kommunikation viel Platz eingeräumt. Die Traktoren sollen außerhalb ihres Arbeitsumfeldes im Dorfzentrum zu sehen sein. Eine lebendige Kommunikation unter den Einheimischen und zwischen Einheimischen, Gästen und KünstlerInnen ist erwünscht und ein Ziel des Projektes. |
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